Der Zerfall der Gesellschaft


Ich wollte aber nicht einfach nur was schreiben, in dem ich nur am Jammern bin. Jammern ist ab und an mal gut, aber komischerweise ich hab diesmal das Gefühl gehabt, nur jammern ist nicht gut genug. Ich konnte nicht mal genau benennen, warum ich nicht nur jammern wollte. Denn immerhin – sonst schreib ich ja auch, was ich fühle und wenn ich mich nach jammern fühle, dann ist das halt nu mal so. Ich hab ja hier auch schon gejammert, was das Zeug hält und sogar der Jammerlegitimierung einen ganzen Beitrag gewidmet! Aber diesmal war Jammern eben nicht genug. Ich hab das ganze Thema bissle mit meiner Schwester hin und her gechattet und hab dabei rausgefunden, was genau mich diesmal an meinem Jammern so gestört hat: Nämlich, dass es nur mich selbst zum Zweck hat. Und das ist nicht nur nicht hilfreich, sondern auch total langweilig. Es fehlt jede Vision, Intention, wenn es nur um den eigenen Selbstzweck geht.

Und wie das immer so ist mit der Psyche: In dem Moment, wo das bei mir emotional geschnackelt hat, hatte ich auch plötzlich Bock darüber zu schreiben, wie ich mich fühle. Aber ich wusste noch nicht genau, wie ich der Falle entkomme, dass ich nur stumpf sage: “Die Welt und die Menschen kotzen mich grad ziemlich an und machen mir große Angst vor der Zukunft. Aber nu gut, ich will nicht jammern, es könnte sicher noch schlimmer sein!” Und genau da kommt der Adalbert in’s Spiel. Jemand hat ihn im Internet zitiert, um diesen Zerfall der Menschheit, den ich auch verspüre, diese Schnellstraße zum Untergang, auf der ich uns fühle, zu beschreiben. Und das hat diesen Schreibflash, den ihr grad in diesem Moment (nein, in diesem Moment, nein, stopp, in diesem… oh je, stopp die Zeit! Ich hör nu besser auf!) lest, in mir ausgelöst. Ich hab das alles hier in einem Rutsch und in nicht mal 29 Minuten geschrieben. Also: Mein Dank geht an meine Schwester (Ich liebe Dich!) und an Adalbert.

Und wie immer ist das mirakulöse Wunder geschehen: Es geht mir besser, wenn ich geschrieben habe

Drei Zitate von Adalbert Stifter
Ich schreib vielleicht bald mehr über Adalbert Stifter, hier noch die drei Zitate von ihm (das erste ist “das” Zitat). Vor allem das dritte finde ich absolut bemerkenswert.

Der Verfall von Geschäftsehre zeugt nur von dem Verfalle der Sitten überhaupt und ist nur ein einzelnes Zeichen, wie sehr das Gute, Edle, Würdige aus dem inneren Leben zu verschwinden droht, und dies ist ein sehr trauriges Zeichen, weil es allemal dem Verfalle und dem Unglücke eines Volkes vorausgeht

Darum haben wir ja den Staat, daß wir in ihm Menschen seien

Freiheit ist also nicht die Erlaubnis zu jeder möglichen Tat, das wäre nur Freiheit für einen und Sklaverei für den andern, und würden wir alle insgesamt diese Freiheit ausüben wollen, so wäre ein Krieg aller gegen alle die Folge, also gerade die Vernichtung der Freiheit. Die Freiheit ist also eigentlich der leere Raum, den die Menschen mit sittlichen Taten erfüllen sollen

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