Wo kommt der ganze Egoismus her? Teil 1: Konsum und Kontrolle

Ok. Heute muss ich mich ein bisschen aufregen, ein paar unangenehme Sachen sagen, kurzzeitig verzweifeln, dann wieder rebellisch das Kinn vorstrecken und ganz allgemein ein paar Thesen ausbreiten, über die ich grad nachdenke. Vielleicht ist das, was jetzt kommt bischen krass? Vielleicht aber auch nicht. Wahrscheinlich ist das nur die innere Zensurschere, die wir alle im Kopf haben und die mich denken lässt, dass es krass ist. Spielt keine Rolle, ich spring ja eh ins kalte Wasser.Woran liegt das, dass wir nicht mehr in der Lage sind andere zu respektieren? Anderen Bedürfnisse und Raum zuzugestehen? Warum werden wir jeden Tag egoistischer? Ich hab mal versucht das anzugehen und mich dem anzunähern. Und während ich geschrieben hab, ist mir dann ein Gedanke in die Quere gekommen, der flugs das Ruder übernommen und sich – ganz egoistisch – in die Welt hinausgedrängelt hat. Ich habs ihm aber nicht übel genommen, weil ich seine Meinung über ihn selbst teile, dass er wichtig ist. Das Ergebnis war, dass ich alles über den Haufen werfen und eine dreiteilige Reihe daraus machen musste, weil der Beitrag sonst zu lang geworden wäre. Selbst für meine Verhältnisse. Im Teil 1 dreht sich alles um Konsum und Manipulation. Der 2. Teil handelt von Toleranz und gesellschaftlichem Miteinander. Der 3.Teil hat die Themen Internet und Wissen intus.

Woran liegt das also, dass wir nicht mehr in der Lage sind andere zu respektieren? Anderen Bedürfnisse und Raum zuzugestehen? Warum werden wir jeden Tag egoistischer?

Mein Haus, mein Auto…meine Fresse

Ich bin meinen Gedanken von dieser Fragestellung aus schnurstracks gefolgt und bin praktisch sofort bei Unterhaltungsmedien, Konsum und vor allem Werbung gelandet. Nu, uns wird tagtäglich in schönen bunten Bildis von schönen glücklichen Menschen gesagt, dass wir nur an uns selbst denken sollen. WIR, WIR, WIR stehen im Vordergrund. Wir sind die einzigen, um die wir uns kümmern sollen! Wenn wir dieses oder jenes kaufen, werden unsere „Freunde“ neidisch sein. Als wäre das was Gutes! Du siehst keine Werbung, wo einer auf was verzichtet, hergibt oder oder wo Liebe mehr zählt als ein Produkt. Du siehst vielleicht mal jemand, der was Gutes tut, aber dann auch nur, um sich daraufhin selbst mit einem wohlverdienten „hier Produkt einsetzen“ zu belohnen. Übersetzung: Nicht die gute Tat zählt und gibt Befriedigung, sondern sie ist Mittel zum Zweck. Was zählt ist die Belohnung und das Ansehen. Uns wird täglich gesagt, dass Geiz und Ellenbogen geil sind und wir es uns wert sind.

Es ist einfach niemand mehr da, der Einfluß hätte und uns sagt, dass es auch andere Werte gibt. Die Kirche ist weg vom Fenster (was nicht das Schlechteste ist, wenn man an die Missionare, an all das schreckliche Elend, an all die Toten und den Terror denkt, die die Christen jahrhundertelang auf der Erde zu verantworten haben und auch an all die sexuellen Missbrauchsfälle, die übrigens auch deutlich zeigen, wie unsinnig es ist Sexualität so überhöht zu moralisieren und sie deshalb zu unterdrücken), Eltern und Familien sind was Erziehungsarbeit angeht in vielen Fällen so gut wie weg vom Fenster und selbst wenn nicht, nimmt ihre Einflußmöglichkeit immer mehr ab, Vereine gibt es en masse maximal noch im Sport, die Gemeinschaft um einen herum, wie es sie früher gab, existiert so gut wie nicht mehr und Lehrer können und sollen auch diese Lücke nicht füllen. Wer soll also gegen die Botschaften der Werbung und des Konsum ankommen? Wie soll man dagegen ankommen?

Die Sache mit dem Glück

Habt Ihr schon mal darüber nachgedacht, dass Glück praktisch der natürliche Feind des Konsums ist? Hä, wat? Ja, das scheint erstmal abwegig, denn eigentlich haben wir doch gelernt, dass wir konsumieren, um glücklich zu sein. Per Dauerbeschuss werden uns Bilder von Produkten gezeigt, die Menschen angeblich nur entworfen haben, um uns glücklich zu machen. Ganze Heere von dienbaren Heinzelmännchen haben nix anderes als unser Wohlergehen im Kopf und Herz. Sagt man uns. Die wollen nicht unser Geld, nein, unser Glück, das ist das, was sie wirklich antreibt (ganz ehrlich: Wie blöd sind wir? Warum lassen wir uns derart verarschen und schlucken einen solchen Scheiß?). Eigentlich müsste deshalb doch Glück der BFF des Konsums sein, oder?

Aber denkt mal im Ernst drüber nach: Was passiert denn, wenn wir glücklich sind? Hört mal in Euch rein, folgt dem Glück und fragt, was es für Bedürfnisse hat. Ja, ganz richtig: Wenn wir glücklich sind, hören wir auf zu kaufen! Denn, wenn wir mit uns und/oder etwas glücklich sind, beschäftigen wir uns viel weniger mit materiellen Dingen und haben nicht das Gefühl Neues zu brauchen. Wer von uns kennt keine Frustkäufe oder Belohnungskäufe oder Daswillichauch-Käufe? Stellt Euch mal vor, wir wären da glücklich gewesen – wir hätten an eine Million andere Dinge gedacht, aber nicht daran uns irgendwas zu kaufen, was wir letztendlich gar nicht benötigen. Oder stellt Euch vor, wir wären glücklich und beim alltäglichen Bild-Zeitung’s Aufrührer-Rassismus würden die Leute nicht ihre Mistgabeln zücken und zornig werden, sondern sagen: „Naja, wir sind ja alle Menschen und jeder hat seine Probleme.“ Da müssten die ja tatsächlich journalistisch arbeiten und plötzlich könnte es passieren, dass wir friedlich zusammenleben! Wo kämen wir denn da hin??? Anarchie!!! Plötzlich wüssten die, die uns sonst in die eine oder andre Richtung scheuchen, ja gar nicht mehr was wir denken, wir wären ja vollkommen unkontrollierbar!!!

Während also wir Menschen ständig versuchen glücklich zu sein, versucht die Industrie uns permanent klarzumachen, dass wir es nicht sind. Noch nicht. Aber keine Angst, wir können es sein. Für den kleinen Preis von 19,99€, wenn wir ihr Produkt gekauft haben („Ist Ihnen Ihr Glück 19,99€ wert?“). Aber Stillstand und Glück sind in Wahrheit der Tod der Konsumindustrie. Also müssen sie sich schnell was Neues einfallen lassen, um uns klarzumachen, dass wir zwar dachten, jetzt sind wir glücklich, aber das war nur so, weil wir nicht wussten, dass wir nicht nur glücklich, sondern sogar superglücklich werden können!!! Für nur 29,99€.

Aber all das, all diese tagtägliche Manipulation geht nicht spurlos an unserer Psyche vorbei. Wie könnte sie? Wenn Werbung nicht wirken würde, würde keiner sie nutzen! Logisch, oder?

Wenn Du Neid bei jemand weckst, dann ist das keine zielgerichtete Bombe, die Dich nur dazu bringt ein Auto zu wollen und wenn Du das Auto hast, ist der Neid auch weg. Nein, so funktioniert das nicht. Wenn Neid geweckt ist, ist er im Menschen, nicht in dessen Kaufkraft. Im ganzen Menschen. Und er verändert ihn, korrumpiert ihn und seine Handlungen. Und nun multiplizier das mit all den niederen Emotionen, die Werbung in uns wecken will, weil sie ihr nutzt und es bietet sich ein zutiefst verstörendes Bild von verantwortungsloser Manipulation und ausgelaugten Konsumenten, überreizt von ständiger psychologischer Malträtiererei. Gefangen zwischen all den Möglichkeiten und Bedürfnissen und den Folgen dessen was ihr Konsum anrichtet. Aus irgendeinem Grund kommt mir dazu immer Frankenstein’s Monster und Shakespeare in den Sinn.

Die Wahrheit ist: Wenn wir glücklich, ausgeglichen und zufrieden sind, sind wir toter Ballast für die Konsumwirtschaft. Wir werden unerreichbar. Also müssen sie künstlich Bedürfnisse in uns erzeugen, von denen wir selber noch gar nix wussten. Sie müssen alles daran setzen uns unglücklich zu machen, um und uns dann sagen zu können, was uns fehlt. Nicht so unglücklich, dass wir gar nix mehr wollen, aber so unglücklich, dass wir neidisch schielen, sehnsüchtig träumen oder zornig wollen oder uns ungerecht behandelt fühlen. Sie wecken deshalb unsere niederen Instinkte und geben ihnen Legimität (Geiz ist geil). Weil die beschissen mächtig sind. Mächtig genug, um Vernunft zu überschreiben und damit den Geldbeutel zu öffnen. Aber die gerufenen Geister verschwinden nicht einfach so wieder in der Versenkung. Die menschliche Psyche ist nicht was, womit Du spielst und dann schaltest Du sie ab. Nein, das alles hat Konsequenzen.


Wem gehöre ich?

Meiner Meinung nach ist Werbung, wie wir sie heutzutage haben, wie eine permanente psychologische Vergewaltigung (das ist noch nicht der krasse Teil). Sorry, ich kann es nicht anders sagen, mir fällt kein besseres Wort für diese massive Übergriffigkeit ein. Mir ist wichtig anzumerken, dass ich nichts gegen Werbung an sich hab. Es handelt sich ja bei 99% der Werbung aber gar nicht um normale Beiträge, die ein Produkt anpreisen und uns darüber informieren. Mit sowas hätte ich null Problem. Nein, Psychologie wird benutzt, um uns zu benutzen! Und das ist was ganz anderes! Ständig bedrängen sie uns und benutzen uns, oft ohne unser Wissen. Wollen wir Unterhaltung, müssen wir notgedrungen psychologische Werbung über uns ergehen lassen. Warum? Weil sie in ihrer Gier direkten Zugang in unser Zuhause zu bekommen, in uns den Glauben erzeugt haben, dass Unterhaltung im Fernsehen und Internet kostenlos ist. Und wenn Du einmal gelernt hast, dass was nichts kostet, dann fühlt es sich wie ein Verlust und Affront an, wenn Du plötzlich was dafür zahlen sollst. Das ist nicht die Schuld, derer, die nix zahlen wollen, sondern die Schuld derer, die fahrlässig eine Illusion von kostenloser Unterhaltung erzeugt haben, um dadurch den Fuß in unsere Türen zu bekommen.

Und man wird nirgendswo in Ruhe gelassen, überall haben sie sich eingenistet, ganz oft, ohne sich genau zu erkennen zu geben. Sie sind in Bussen, U-Bahnen, in Musikvideos und Filmen. Sie bestimmen, was wir finden im Internet und was nicht, welche Künstler erfolgreich sind und welche nicht, wer Sport erfolgreich ausüben kann und was wir im Kino und Fernsehen sehen. Und was eben nicht. Es ist zum Kotzen. Wie kann es sein, dass Werbungen uns durchs Internet verfolgen, ohne dass wir ein Mitspracherecht haben? Das ist Stalking. Das ist Diebstahl meiner Identität. Worauf ich meine Augen richte, gehört mir und nicht irgendeinem Internetmonopol. Meine Identität, meine Interessen, meine Aufmerksamkeit gehört mir, verdammt nochmal und nicht google (hier nochmal der Hinweis, weil es so wenig bekannt ist: Leute, es gibt Alternativen zu google und bing. Ich selber nutze Duck, Duck Go und Ecosia, es gibt aber auch noch andere. Ich kann nur jeden dazu aufrufen Firmen wie google und amazon zu boykottieren, wann immer es geht). Und so ganz nebenbei indoktriniert Werbung uns permanent. Schon Kinder werden konditioniert. Oder habt Ihr schon mal einen Jungen in einer Puppenwerbung gesehen? Mädchen in einer Werbung für eine Autorennbahn? Oder eine Werbung mit einem Kind mit Brille oder einem Mädchen mit Kopftuch? Oder ein dickes Kind, eines im Rollstuhl oder mit einer schiefen Nase? Und diese schrecklichen Werbungen mit Puppen und Puppenzeugs in diesem unsäglichen, halblebigen blassrosa. Herrgottnochmal! Warum nicht grün oder gelb oder lila oder schwarz?

Die sich selbst erzeugende Maschine

Ok. Ein anderer Blickwinkel: Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum es nicht mehr wie früher Frischkäse gibt, sondern 9 verschiedene Geschmacksrichtungen Frischkäse? Von jeder Firma wohlgemerkt. Glaubt Ihr, dass sich das lohnt? Dass plötzlich 9 mal soviele Menschen Frischkäse essen? Nee, oder? Habt Ihr sicher recht mit. Vielleicht gewinnt man ein paar dazu mit einer neuen Geschmacksrichtung, aber diese ganzen neuen Sorten zu produzieren kostet ja auch viel Geld. Da ist die Forschung, Entwicklung, das Marketing, die Werbekosten und und und. Also, wenn es sich gar nicht 9 Mal mehr lohnt, warum dann so viel mehr Sorten produzieren? Weil die Firmen uns verzweifelt, zwanghaft permanent in Atem halten müssen. Sie müssen Bedürfnisse erzeugen. Es scheint sie kriegen Panikattacken, wenn sie sich nicht permanent unter Strom halten. Als würde das ihre eigene Existenz rechtfertigen und nicht die Tatsache, dass sie etwas produzieren und verkaufen und Leute beschäftigen. Sie müssen ein Image erfüllen. Auch vor sich selbst und vor ihren Mitarbeitern: „Schaut, wir sind up to date, wir werden gebraucht, schließlich bringen wir schon wieder eine Geschmacksrichtung raus“. Und wenn eine Firma anfängt mit was Neuem, kriegt die nächste Panik und zieht nach. Wenn man aber mal ernsthaft drüber nachdenkt, könnte man meinen, die Firmen produzieren und existieren tatsächlich nur noch im Selbstzweck. Sie erzeugen, um zu existieren und existieren, um zu erzeugen. Aber ist nicht der Sinn der Industrie und des Handels eigentlich der zu verkaufen und nicht nur zu produzieren?

Inzwischen kommt mir das mit dem Konsum und der Werbung vor wie ein riesiger Schwindel. Wie ein Pyramidensystem. Angefangen hat das alles mit dem Handel ja eigentlich mal, weil wir ein Bedürfnis hatten. Dieses galt es zu befriedigen. Nachfrage und Angebot. Wir hatten Hunger und jemand backt Brot, das er uns verkauft. Aber irgendwie hat die Konsumindustrie inzwischen ihren Sinn, ihre Daseinsberechtigung verloren. Sie existiert nicht mehr, weil wir sie brauchen, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen (z.B. Hunger) oder um ein gutes Produkt herzustellen, nein, sie existiert als Selbstzweck, um „die Wirtschaft“ zu erhalten. Glaubt Ihr, all die Produkte, die ein großer Supermarkt vorrätig hat, würden jemals alle oder auch nur annähernd alle abverkauft? Natürlich nicht. Trotzdem sind die Regale voll und werden immer voller. Mit Zeugs, das kein Mensch braucht.

Und so muss die Wirtschaft uns dahingehend manipulieren und nötigen, dass wir glauben, wir brauchen sie. Nu kann man sagen: Aber Du kaufst das Zeug doch freiwillig! Das trifft aber nur bedingt zu. Ebenso könntest Du zu jemand sagen, der seinen Geldbeutel hergegeben hat, weil er mit dem Messer bedroht wurde: „Aber Du hast dem Dieb Deinen Geldbeutel doch freiwillig gegeben.“ Bestimmte psychologische Mechanismen existieren und laufen ab, ohne dass wir es merken oder uns bewußt wehren könnten. Zum Beispiel: Wir reagieren auf bestimmte Farben. Das können wir nicht ändern. Und die Marketingfirmen nutzen das bis ins letzte schamlos aus und brechen in unser Gehirn ein und knacken uns. Und durch twitter, instagram usw erfolgen nun auch Angriffe nicht mehr nur von Firmen, sondern auch schon von normalen Menschen, die so tun, als wären sie unsere Kumpels und würden uns deswegen den Bauch-weg-Tee empfehlen. Um uns was Gutes zu tun. Pervers. Und selbst, wenn jemand sich verwehrt und keinen Fernseher hat, muss er nur auf die Straße gehen, um von Werbeangriffen umgeben zu sein. Hat denn aber ein einziges Mal jemand die Beworbenen gefragt, ob sie so benutzt werden möchten? Natürlich nicht, denn was Geld bringt, hat immer Recht!

Das muss ich mal evaluieren…

Und ganz hinterrücks sind wir nun an einem weiteren Puzzlestück anbelangt. Der Grund, warum manche Firmen Panikattacken kriegen, wenn sie nicht „innovativ“ sind und anfangen ihr Personal auszuquetschen und zu gängeln: Sie haben Beratern gutes Geld dafür bezahlt, um rauszufinden, dass sie Panikattacken bekommen müssen, wenn sie sich nicht ständig neu erfinden und vor „dem Sturm“, der garantiert kommen wird, („glauben Sie’s mir“) herlaufen! Und in genau diesem Moment  wechseln die Firmen die Seiten. Waren sie vorher die psychologisch agierenden Täter, werden sie nun genau so psychologisch benutzt und gegängelt, wie wir, ihre Opfer. Denn die Berater wissen genau, wie sie die Firmenbosse psychologisch manipulieren können und brechen gekonnt in deren Gehirn ein und verbreiten erstmal Panik, um dann hilfreich und kompetent „zur Hilfe“ zu eilen. Berater sprechen nicht, sie kommunizieren, sie schauen nicht, sie evaluieren, sie machen nicht, sie implementieren und sie haben noch eine ganze Menge andere sprachliche Unarten auf Lager, um jegliche Resistenz einfach mit Worten, wie inbound und outbound, Peak, Delta und so’n Kram totzuschlagen, um die Firmen damit ins Schwitzen zu bringen und so zu tun, als wäre es Vodoo, was sie da machen und nur sie allein können das tun, wenn es in Wahrheit nix anderes ist als ganz normaler Menschenverstand und Struktur. Aber Leute, im Endeffekt, ganz am Ende der Kette, wer zahlt denn eigentlich die Zeche für all das? Für die Millionen, die in Berater, Unterhaltungswerbung und Werbung investiert werden? Der Endverbraucher. Und wo arbeitet der Endverbraucher? Meistens in einer dieser Firmen. Oh…OH!!!

Die Wirtschaft existiert für sich selbst. Nicht für uns oder, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen, die sind nämlich schon lang übersättigt. Es ist genau umgekehrt, wir existieren inzwischen für die Wirtschaft. Und dadurch, dass Unterhaltung praktisch der Obulus geworden ist, mit dem sie sich unsere Aufmerksamkeit, unsere Kaufkraft und Geduld erkauft, können sie uns das Gehirn genug vernebeln, so dass wir gar nicht mitkriegen, dass wir schon lange nicht mehr ein Partner des Konsums oder sein Ziel, sondern das Nutzvieh der Wirtschaft geworden sind. Sie mästen und füttern uns, führen uns an unserem Halfter auf die Weide und melken uns. Es ist ein großes, verkorkstes, inzestuöses, in sich geschlossenes System, das sich selber am Leben hält und ansonsten keinerlei Sinn und Zweck erfüllt. Es ist zum Kotzen. Und es schadet uns auf allen Ebenen. Von der Zerstörung des Planeten bis zur Zerstörung der Menschlichkeit.

Ich sehne mich nach Firmen, die Respekt haben vor dem, was sie da tun. Vor ihrem eigenen Produkt und dem Kunden. Die echtes Vertrauen haben in ihr Produkt. Und denen würde ich es so sehr gönnen viel Geld zu verdienen!!!  Oh Gott, ich sehne mich nach Substanz. Und nach Ehrlichkeit anstatt manipulativer Werbelügen.

Man könnte ja nun hergehen und argumentieren, dass dieser Selbstzweck der Konsumindustrie sehr wohl ausreichend ist. Scheißegal, dass es nur eine Illusion ist, solange es die Menschen beschäftigt und das Geld in Umlauf hält, ist doch alles gut, oder? Ich bezweifle das ganz ernsthaft. Viel eher lehrt die Erfahrung, dass sobald etwas nur noch sich selber zum Sinn hat, es anfängt sich selber zu zerstören. Und die ersten Anzeichen der Auflösung zeigen sich ja schon. Ich will beileibe kein Schlechtmacher sein, aber ich glaube felsenfest an Gesetzmäßigkeiten und Logik. Ich habe beobachtet, dass es in der Psychologie, der Philosophie, in der Natur, der Kommunikation, praktisch in allem, auch was jeweils analoges zu den physikalischen Naturgesetzen gibt. Und eines der mächtigsten Gesetze scheint ein philosophisch-praktisches Naturgesetz zu sein, dass besagt, dass, wenn etwas nur noch sich selbst dient und keinen weitern Nutzen hat, es anfangt sich selber zu zerstören. Quasi sich selber aufzufressen. Als wäre eine Balance für die Existenz vonnöten. Oder als wäre Sinn für Psychologisches, Zwischenmenschliches, Praktisches, sowas wie Sauerstoff für Lebewesen? Deshalb ist es meiner Meinung nach überlebensnotwendig, dass wir unserem Leben, unserer Arbeit wieder etwas mehr Sinn geben. Nicht nur aus ethischen Gründen, das ist ein sehr schönes Nebenprodukt, nein, sondern aus ganz praktischen Gründen.

Das Fazit
Warum sind wir so egoistisch geworden? Nun, tagtäglich sind wir Psychologie ausgesetzt, die nur ein Ziel hat: Uns zu sagen, dass es ok ist, egoistisch zu sein, dass es quasi unser Recht ist, das wir uns nehmen sollen. Denkt nur an Euch und was Ihr haben könnt! Das geht nicht spurlos an uns vorbei. Das kann gar nicht spurlos an uns vorbeigehen!

Warum ist das wichtig? Ich glaube wirklich, ganz ernsthaft, wenn wir so sinnentleert und so egoistisch weiter machen, gehen wir dunklen Jahrzehnten entgegen. Wir dachten, das Mittelalter ist Geschichte? Warts ab, das holen die Eiferer ganz schnell wieder aus der Versenkung. Teilweise sind wir ja schon dort. Nur, dass Menschen, wie zum Beispiel Peter Steudtner, heute nicht mehr Teufelsanbeter, sondern Terroristen genannt werden von Ländern wie zum Beispiel Türkei und China. Wir dachten, die dunklen Zeiten sind vorbei? Sie sind längst wieder da – wir haben die afd, die von „entstellter Kunst“ bei der Dokumenca spricht. Und in amerika, dem Land der unfreien Meinung hat Sessions, sprich die Regierung, eine Internetseite daraufhin verklagt, dass sie alle 1,3 Millionen IP-Adressen von allen Menschen herausgibt, die diese Internetseite jemals besucht haben. Warum? Diese Internetseite hat friedliche Proteste gegen trump koordiniert. Ja. Ihr lest richtig. In amerika ist Widerspruch nicht mehr gewünscht und auch bald nicht mehr erlaubt. Lest es nochmal und weint. Oder lest, was in St. Louis vor sich geht, wo wieder mal ein Polizist einen Schwarzen erschiessen durfte unter absolut fragwürdigen Umständen und nicht zur Rechenschaft gezogen wird. Das betrifft längst uns alle: Menschen werden zur Wegwerfware. Und irgendwann erreicht es auch uns.

Wir alle haben schon längst gemekt, dass irgendwas nicht mehr stimmt. Das irgendwas entgleist ist. Dass wir nicht mehr als Individuen angesehen werden, sondern nur noch nach unserer Wirtschaftlichkeit taxiert werden. Und trotzdem schaffen wir es nicht endlich aufzuwachen, uns zusammen zu tun und dagegen vorzugehen. Wir lassen uns kontrollieren und einlullen per twitter und facebook und bestechen mit Billigflügen und netflix. Wir lassen uns gegeneinander aufhetzen mit Begriffen wie rechts, links, Kommunismus, Nationalität. Das sind alles Begriffe, mit denen wir auseinandergetrieben und davon abgehalten werden auf die wirklichen Ursachen und Verursacher zornig zu sein und uns zusammenzutun gegen sie.

Denn gemeinsam sind wir stark, getrennt sind die es. Nicht umsonst heißt es „Divide et impera“. Teile und herrsche

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