Wusstet Ihr schon…? Teil 2: Die analogen Organe

Ok. Wusstet Ihr schon, dass nicht nur Telefonsignale oder Gleichungen analog sein können, sondern auch Organe? Und zwar geht es dabei um die Beurteilung, ob sich Merkmale eines Lebewesens losgelöst von anderen, ähnlich ausgebildeten Merkmalen anderer Lebewesen entwickelt haben oder ob diese Merkmale auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück zu führen sind.

Analoge Konvergenz ist, wenn zwar ein Teller und ein Unterteller sich gleichen, aber nicht unbedingt von der gleichen Teller-Ur-Mama oder dem großen Urzeit-Teller abstammen. Der Teller und der Unterteller sind nebeneinander her auf die gleiche Idee gekommen (stellt Euch das Theater vor: „Nee, Du bist ein Nachmacher! Nee, Du bist ein Nachmacher und eins! Und Du bist ein Nachmacher plus unendlich und immer eins dazu!“) und dachten sich, hm, Tellerform ist doch ganz cool. Und so sehen sie gleich aus, haben sich gleich entwickelt, ohne zwangsläufig verwandt zu sein.

Homologe Divergenz ist, wenn ein Göffel (ich glaub so heißt das Ding? Ich hab mich schon immer gefragt, wie sich das beim Essen anfühlt? Der Mund WEIß doch, dass das Verarsche ist, oder?) ähnlich aussieht wie ein Löffel und eine Gabel und tatsächlich auch ursprünglich mal von einer Gabel und nem flotten Löffel gezeugt wurde. Er hat sich also gleich entwickelt wie Löffel und Gabel, weil er ihre Lendenfrucht ist. Homolog kann übrigens auch was sein, was gar nicht gleich aussieht, aber trotzdem den gleichen Ursprung, den gleichen Ursprungsbauplan hat.Logischerweise.

Ich hoffe, ich hab diese Erklärung in meiner unwissenschaftlichen Art nicht total versaut. Es kann auch alles ganz andersrum sein! Macht aba nüscht, ist trotzdem interessant. So, und daher können tatsächlich Organe analog sein. Faszinierend, gell?

Das ganze ist auf meinem Radar aufgetaucht durch den Beuteltiger. Eine typische traurige Geschichte davon, wie alles vergänglich ist und wir Menschen in der Regel dafür verantwortlich sind. Der tasmanische Beutelwolf oder Beuteltiger stammt aus Australien, was es ihm ziemlich schwer machte, einfach mal so zum Besuch nach Europa oder sonst wohin zu kommen (ganz ohne den Idioten trump). Und trotzdem hatte er Merkmale, die ihn aussehen ließen, wie Tiere in Europa und anderswo (lies: nicht Australien!). Und irgendwann in der Kreidezeit, waren diese Tiere wohl auch mal ein Stamm, aber dann haben sie sich unabhängig voneinander gleich weiterentwickelt. Krass, gell! Und daher ist der Beuteltiger DAS it-Girl, wenn es um analoge Konvergenz geht, denn obwohl er so aussieht, als wäre er ein naher Cousin vom Wolf/Hund, ist er von ganz alleine auf den Trichter gekommen. Leider ist der Beuteltiger ausgestorben. Der letzte Beuteltiger starb 1936 in Gefangenschaft in einem Zoo. Die Bezeichnung Tiger hat er wegen der Fellfärbungen erhalten, die an Tiger erinnerten und ihm zur Tarnung dienten. RIP Beuteltiger.

Wie gesagt, sowas fasziniert mich total. Letztendlich spricht das für das Design, oder? Wenn sich hundeähnliche Wesen losgelöst voneinander an verschiedenen Punkten der Welt gleich entwickeln, dann war das wohl das schnittigste Model. Nicht so, wie die Dodos, die dachten: „Nee, ICH bin nicht wie andere Vögel. Fliegen ist doch so…ordinär. Da kommt man nur ins Schwitzen.“ Haben ja gesehn, was sie von ihrem elitären Getue hatten, blöde Viecher! Ich hoffe, das ist ihnen eine Lehre! 

Mehr aus der Reihe „Wusstet Ihr schon…?“
Teil 1: Der soziale Magen
Teil 3: Das billige Gesicht


Beide Bilder im Text stammen von Wikipedia, das Beitragsbild ist natürlich von mir höchstpersonlich vermurkst (ha, ich kann nicht glauben, dass ich tatsächlich Lendenfrucht geschrieben hab!)

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