Ok. Ich werde jeden Monat einen Profiradfahrer vorstellen, den ich mag aus den einen oder anderen Gründen. Den Anfang macht ein baskischer Franzose: Loïc Chetout, geboren in Bayonne am 23. September 1992. Bayonne liegt in dem Teil Frankreichs, der baskisch ist, auch wenn uns das komisch erscheint, denn wenn wir Baskenland hören, denken wir Spanien.

Loïc Chetout hat seine ersten Radfahrer-Schritte im  spanischen Amateurteam Naturgas-Energía gemacht und fuhr dort von 2011 bis 2013. Frankreich kümmert sich zwar prinzipiell sehr gut um seine Nachwuchsradfahrer, aber es ist sicher von Vorteil, wenn man in einer der Radsporthochburgen wie der Bretagne aufwächst, wo es Unmengen Teams, Trainer usw. gibt. Bayonne ist da wohl etwas ab vom Schuß und somit erklärt sich vielleicht der Gang über die Grenze zu den spanischen Nachbarn.

Es war einmal eine Zeit, in der die baskischen Radsportler, die bissle was auf dem Kasten hatten, sich keine allzu großen Sorgen machen mussten um ihre Zukunft. Es war einmal eine Zeit, als es noch Esukadi Euskatel gab. Für Chetout der natürliche Schritt dort Stagiaire zu werden (das ist sowas wie Praktikant). Das hat er 2013 dann auch folgerichtig gemacht und alles sah rosig aus. Bis alles einstürzte. Euskatel hörte auf als professionelles Radsportteam zu existieren und viele baskische Fahrer standen vor dem Nichts. Im Nachhinein jedoch ein Segen für Chetout, wie er sagt.

Es gab dann zwar einen Kontakt mit dem Radsportteam der französischen Armee, das ein solides Programm in Frankreich fährt, dort wurde ihm aber ein jüngerer Fahrer vorgezogen, was ihm moralisch den nächsten Dämpfer versetzte. Aber Loïc gab nicht auf und da es in Spanien praktisch keine Möglichkeiten mehr gab, versuchte er sich in Frankreich durchzusetzen. Er schaffte es ein wirklich gutes Jahr 2014 beim französischen Division 1 Team „Guidon Sprinter club de Blagnac Vèlo Sport 31“ zu fahren und war zudem für das französische Nationalteam unterwegs. Dadurch konnte er sich zeigen und erkämpfte sich tatsächlich bei Cofidis einen erneuten Stagiaire-Platz und der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt. Loïc Chetout bekam einen 2-Jahresvertrag beim Team Cofidis angeboten und hat inzwischen bereits sein erstes Jahr als Radprofi hinter sich.

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Loïc Chetout,Bild von seiner franz. Wikipediaseite

Hier findet Ihr ein tolles Interview in französisch von ihm mit der genialen Homepage „Directvelo“ (ich LIEBE diese Seite) von Anfang 2015, in dem man genau spürt, dass er selber es noch kaum fassen kann, dass er es geschafft hat und in dem sein Glück aus jedem Wort strahlt.

Loïc’s Job ist es meist nicht Rennen zu gewinnen, sondern im Rennen knochenhart zu arbeiten, daher werdet Ihr höchst selten eine fette Überschrift mit seinem Namen sehen. Aber wenn Ihr mal die Radsportergebnisse lest, schaut doch mal ab und zu nach, wie sich Loïc Chetout schlägt. Und wer weiß, vielleicht kann er ja ab und an mal für sich selbst fahren und einen guten Platz oder sogar einen Sieg genießen.


 

Ok. Every month I will write about a professional bikerider I like or have something to say about. I will start with a basque frenchman: Loïc Chetout, born in Bayonne on the 23. Septembre 1992. Bayonne lies in the part of France which is basque country, which sounds strange, because if we hear Basque country, we think Spain. Loïc Chetout took his first steps into cycling 2011 in a spanish amateur team, the Naturgas-Energia team and remained there until the end of 2013. Although France looks very good after their promising youngsters, it is much easier, if you come from one of the big cycling areas, like Brittany, where lots of teams and coaches etc are located. I guess Bayonne isn’t so hot a place, if you want to become a professional bicycle rider and maybe that was the reason why Loïc went over the border to ride.

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Once upon a time a basque rider with a certain talent mustn’t worry, he was sure to find a ride. Once upon a time there was the Euskadi Euskatel team and Chetout could be reasonably sure this would be where he would start his career of riding bikes. Like it was foretold, he rode as a stagiaire there in 2013 and all was for the best. Until it all came tumbling down. Euskatel folded and suddenly Chetout was in a tough spot – being a french rider that almost never raced in France, having to look for a ride.

He was in contact with the cycling team of the french army, but they ultimately took a younger rider on board. This was again a blow to him. But he fought back and rode a good 2014 season at the french division 1 team „Guidon Sprinter club de Blagnac Vèlo Sport 31“, he also rode for the french national team and had the possibility to show himself. At the end he was rewarded with a spot as stagiaire at the Cofidis team at the end of 2014. And the rest is history as they say. Now, Loïc Chetout already is in his second year as professional rider with the Cofidis team.

Here you find a great interview in french with Loïc Chetout with the lovely „Directvelo“ (I LOVE this site) from early 2015, in which he still can hardly believe he made it and his joy shines through every word. Chetout’s job it mostly is not to win races, but to work hard during the races, so you most likely won’t see his name in the big headlines. But maybe in some races he gets the chance to ride for himself and get a good result or even a win. So if you should read race results, now and then look through them for Loïc Chetout to see how he fares.