„Just wait, till I get this shit perfect“

„If I give you the story of my life,… would you book me for a show?“ Das fragt Isaiah Rashad auf Cilvia Demo und die Antwort ist natürlich „JA“! Es ist mal wieder Zeit für Lift up. Auch wenn unser heutiger Kandidat strenggenommen nicht mehr in die „unbekannt“ Kategorie fällt. Wenn man bei TDE (Top Dawg Entertainment) unterschreibt, hat man es heutzutage geschafft. Längst ist TDE ein Big Player geworden, auch wenn das Rebellen – und Underdogdasein gekonnt weiterhin gepflegt wird. Aber – obwohl er es mit seinem Album „Cilvia Demo“ in die Top40 der Billboard – Charts geschafft hat, ist Isaiah  Rashad in Deutschland noch relativ unbekannt. Deshalb drücke ich mal ein Auge zu und biete ihm Unterschlupf in Lift up, zumal sein erstes Studioalbum bald kommen sollte und ich hoffe Ihr lasst es Euch nicht entgehen.

Vorab zur Info für Euch: Ich liebe Rap und HipHop. Seit ich ein Teenager war. Wenn Ihr milde lächelt über meine überschäumende Radsportleidenschaft – für HipHop bin ich mindestens genauso Feuer und Flamme. HipHop saved my life. Nicht im wortwörtlichen Sinn, aber im emotionalen Sinn hat HipHop mir so oft das Gefühl gegeben verstanden zu werden, wenn ich dachte niemand auf dieser Welt tut das. HipHop gibt mir immer wieder die Kraft und bestärkt mich, leidenschaftlich zu sein und mich nicht kleinreden zu lassen. Es ist wie J.Cole rappt: „If you ain’t aim too high, you aim too low“.

Das hier ist keine Plattenbesprechung, das können andere viel, viel besser als ich. Lift up ist mehr dazu da, Euch kurz was vorzustellen, was Ihr sonst vielleicht nicht wahrnehmt. Eine Tür zu öffnen. Was ich Euch zusätzlich noch anbieten kann sind meine Gefühle und Gedanken zu „Cilvia Demo“. Ich liebe es. Es ist saugut. Rundum gut. Mir geht es oft so, dass ich Platten nur in Teilen höre. Nur wenige kann ich im Ganzen hören, dieses Album gehört jedoch dazu, weil es weder zu aufdringlich ist, noch zu oberflächlich. Es verlangt nicht ungeteilte Aufmerksamkeit die ganze Zeit, hat aber genug Tiefe und Ehrlichkeit, dass es ungeteilte Aufmerksamkeit aushalten kann. King Push von Pusha T. ist zum Beispiel eine Platte ist, die ich im Ganzen anhöre. Und Cilvia Demo eben auch.

Meine Lieblingslieder aus verschiedenen Gründen auf Cilvia Demo sind

  • Ronnie Drake
  • Tranquility
  • Modest
  • Heavenly father
  • Banana

Ich sehe Isaiah Rashad ein bißchen zwischen Kendrick Lamar/Ab-Soul auf der einen und Jay Rock/Schoolboy Q auf der anderen. Er ist nicht so sozialkritisch wie Kendrick oder Ab umd nicht so G wie Jay oder Q. Für mich fühlt es sich so an, als wäre er einfach er. Er hat auch eine Botschaft, eine Intention, aber das ist nicht wie Kendrick Lamar uns zu unterrichten, zu stärken, uns aufzurütteln, sondern Isaiah Rashad will uns eher durch seine eigene Gefühlswelt an bestimmte Themen heranzuführen. Dem fühle ich mich sehr verbunden und nahe, weil ich ja ähnlich schreibe. Tatsächlich ist es so, dass Rashad mein liebster TDE-Rapper ist. Ich mag ihn tatsächlich mehr als Kendrick – wobei ich Kendrick Lamar natürlich liebe, weil er so viel mehr ist als ein Rapper, als ein Musiker. Kendrick Lamar ist so wichtig für die Menschen, für uns alle, da kommt Isaiah Rashad natürlich nicht ran. Aber rein von der Musik, den Texten, seinem Flow her liegt mir Rashad näher und macht mich glücklicher.

https://twitter.com/lebmalblog1/status/710892104168378368

Musikalisch ist „Cilvia Demo“ angenehm und kommt irgendwie im Nachbrenner. Die Musik steht nicht so sehr im Vordergrund, sie ist tatsächlich mehr Begleitung und Unterstützung. Keine Experimente oder geschniegelte Beats. Und kein typisches HipHop-Album, das hier geht mehr in die Richtung Musik im allgemeinen. Trotzdem und zum Glück hat die Musik Qualität, sie hält tatsächlich durch bis zum Schluß, bis die Lichter angehen, was eine ganz große Seltenheit ist. Je öfter ich die Platte höre, desto mehr höre ich jedoch auf die Musik und desto mehr Ebenen scheint sie zu bekommen. Das ist irgendwie aufregend. Ein Bonus ist auch auf jeden Fall die wunderbare SZA und dass nicht auf jedem Track ein berühmter oder semi-berühmter Gastrapper mitmischt. Es ist tatsächlich Rashad’s Album . Wenn Ihr HipHop mögt und dieses Album Euch irgendwie entgangen ist, hört in die Platte rein, es lohnt sich definitv. „Cilvia Demo“ ist schon etwas älter und ich hoffe, dass noch ganz viel von Isaiah Rashad auch zu uns nach Deutschland kommt. Sein erstes Studioalbum sollte eigentlich 2015 erscheinen, ist aber bis jetzt noch nicht aufgetaucht. Statt dessen wurde im Januar die Single „Smile“ veröffentlicht. Ich warte auf mehr…

Kurzbiographie:

Isaiah Rashad/Wikipedia

Isaiah Rashad ist am 16. Mai 1991 in Tennessee geboren worden. Sein Vater hat die Familie sehr früh verlassen, was heute oft ein Thema in Rashad’s Texten ist. Sein Entschluß die Musik ernst zu nehmen wurde laut Wikipedia durch Outkast’s ATLast ausgelöst. Ich nehme stark an, dass das nur Werbenonsens ist. Rashad wurde von XXL als Freshman benannt und ist seit 2013 bei TDE unter Vertrag.

P.S.

Wie im Beitrag erwähnt bin ich kein musikalischer Kritiker. Ich bin mehr für’s Denken, Fühlen und Schlußfolgerung zuständig. Falls einer von Euch was musikalisch Schlaues zu der Platte sagen kann, lasst es mich per Mail oder Kommentar wissen.

Mein Lieblingstext auf „Cilvia Demo“ ist der von „Tranquility“, ein Song, den ich einfach liebe. Ich mein in echt: liebe. Wenn ich den Song höre werde ich glücklich, meine Augen strahlen und was auch immer grad war: Es ist ok. Ich muss mitsingen und tanzen. Nur HipHop/Rap/Musik kann das mit mir machen – mich von einer Sekunde zur anderen glücklich machen (Psst, hier kommt ein exklusives Geheimnis für Euch, die Ihr es bis hierher geschafft habt: Die Liebe zu Musik wird das Thema des 3. Teils von „Nah und Fern“!). Und aus irgendeinem Grund sind die Worte „Blink art on pedestrians“ aus dem Song, für mich von exquisiter Schönheit und Tiefe und bewegen mein Herz.

 

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