Es fällt schwer die richtigen Worte zu finden an einem Tag wie heute, wenn man die Bilder von Brüssel sieht. Daher sage ich einfach dies:

Love and peace to everybody. Wir sitzen alle zusammen auf diesem Planeten fest und sollten zusammen das beste daraus machen.

Ich hoffe und wünsche Euch, dass Ihr alle sicher seid.

Vortrag:

„Mal mal“ war mein allererster Beitrag den ich hier veröffentlicht habe. Der Beitrag ist natürlich etwas untergegangen, denn als Menschen angefangen haben mich zu besuchen war er schon lang von neueren Posts verdrängt worden. Daher kriegt er hier noch einmal eine neue Chance. Ich hab ihn zusätzlich noch etwas umformuliert, weil er ganz süß tollpatschig war. Ach ja, wie naiv ich damals war – vor ganzen vier Wochen.

Malen ist was, wobei ich mir tatsächlich unnötigerweise jahrelang selbst im Weg gestanden bin. Und ich hab mich oft darüber geärgert und darunter gelitten, dass ich etwas ausdrücken wollte und es einfach nicht geschafft habe. Es ist nie so geworden, wie ich es in meiner Vorstellung gesehen habe. Nie! Das hat mich lang beschäftigt und frustriert.

Dabei war alles, was ich ändern musste, meine Einstellung. Ja, Ihr habt recht: das ist total kluggeschwätzt. Ich weiß natürlich, dass das nicht so einfach ist. Aber jedes Mal, wenn ich es in meinem Leben geschafft hab meine Einstellung zu ändern und mir selbst aus dem Weg zu gehen,  wurde es komischerweise einfacher beim nächsten Mal. Als würde Übung dabei helfen.

Manchmal, wenn wir etwas bei anderen beobachten, erkennen wir uns selbst in ihren Handlungen oder Problemen und das hilft uns dann uns bewußt zu werden, gibt uns einen Schubs oft auch noch den allerletzten kleinen Meter eines bereits fast vollständig geschafften Weges zu gehen. Daher hier noch einmal, im encore, only for you: „Mal mal“.

Mal Mal (geschrieben am 19.2.2016)

Ich hab schon immer gern gemalt. Ich bin nur nicht sehr gut darin. Deshalb hab ich viele Jahre gar nicht gemalt, weil alles, was ich gemacht hab so häßlich war. So unschön und ungekonnt. Einfach nicht so, wie ich es mir in meinem Kopf vorgestellt hab. Ich konnte nie ausdrücken, was ich vor meinem inneren Auge gesehen hatte und das war das, was mich am meisten frustriert hat. Und durch diese frustrierte Erwartung hab ich meine Malversuche irgendwie nur noch ganz verzerrt wahrnehmen können. Selbst das, was eigentlich nett war, hab ich nur noch mit garstigen, bösen Augen sehen können. Weil es einfach nicht gut genug war. Weil es einfach nicht so war, wie ich es mir vorgestellt hab. Daher hab ich es, nach unzähligen Anläufen und anschließender Verzweiflung, aufgegeben.

Bis ich irgendwann im Zuge einer meiner häufigen inneren Aufräumaktion in meiner Seele wieder auf die alte Malkiste gestossen bin. Hab es ausprobiert, bin nicht über Nacht auf magische Weise ein neuer Picasso geworden (eigentlich ganz schön gemein!). Hm. Zeit aufzugeben und die Malkiste verschämt wieder wegzupacken?

Nein.

Nu, war ich immer noch kein Picasso, was ist nun anders gewesen?

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Ich schätze, dass ich heutzutage von mir nicht mehr verlange unangreifbar, unantastbar und mirakulös zu sein. Wenn heute jemand meine Bilder sieht und mich auslacht und sagt, dass jedes dreijährige Kind besser malt, dann kann ich das aushalten (bei manchen meiner Bilder trifft das ja auch voll und ganz zu und mir die Wahrheit zu sagen ist nie ein Problem). Und ich fühle auch nicht das Verlangen denjenigen zurück zu verletzen, so wie er/sie mich verletzen wollte.

Ja, ich bin nicht die beste im Zeichnen und Malen. So what! Aber ich hab Spaß daran. Und wenn es mir was gibt, gibt es vielleicht anderen auch was, vielleicht kann ich mich durch diese Bilder mit anderen verständigen? Vielleicht werde ich ja mit der Zeit besser und finde meinen Weg, meinen ganz eigenen Stil? Und – statt verzweifelt immer wieder das zu versuchen, was ich nicht kann – nämlich akkurat, lebenstreu und künstlerisch zu zeichnen, wie es einem die unzähligen Zeichenbücher vormachen, und mich dann erst recht schlecht und unfähig zu fühlen, hab ich angefangen so zu malen, wie ich es kann. Ich habe nach anderen Möglichkeiten gesucht mich bildlich auszudrücken und diese tatsächlich auch gefunden.

Als ich das erste Bild gemalt hatte, das mir gefiel, war das großartig

Diese Erfahrung zu machen, hat mich tatsächlich verändert und gestärkt. Und als ich mein Bild dann noch jemand gezeigt hab und derjenige nicht nur was nettes, sondern auch noch was schlaues dazu gesagt hat, sichh also damit auseinander gesetzt hat, war das ein glorreicher Moment. Einer dieser Momente, in dem man spürt wie ein idiotisch, sentimentales Grinsen von einem zum anderen Ohr das Gesicht überzieht und einfach nicht mehr weggehen will. Ich war blödsinnig stolz auf mich. Ich hatte den Mut aufgebracht etwas zu erschaffen, obwohl ich nicht sonderlich gut darin bin, es anderen zu zeigen und auszuhalten, dass ich vielleicht nicht oder nur in Teilen verstanden werde. Auszuhalten, was die Welt über mich und meine Bilder zu sagen hat.

Ich hatte Flagge für mich gezeigt

In diesem Sinne: Malt mal. Nur für Euch. Oder auch für andere. Wie auch immer Ihr es gern machen wollt. Macht das, was Euer ganz eigenes Vehikel ist, um Euch auszudrücken. Vielleicht ist Euer Vehikel das Photographieren oder Basteln, Handwerken, Singen, Rechnen, Nähen, am Motorrad schrauben oder Kurse an der Volkshochschule besuchen oder geben. Was immer es ist – wenn Ihr was machen wollt, aber Euch mit Euren eigenen oder fremden Erwartungen selbst genauso im Weg steht, wie ich mir im Weg stand mit dem Malen: Haltet mal ein ernsthaftes Palaver mit Euch selbst und sagt Euch, dass Ihr aus dem Weg gehen sollt: Denn hier wollt Ihr mit Eurer Flagge durch!

Hier könnt Ihr ein paar meiner Bilder sehen.

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