Die Heimatinsel treibt mit Wellenskraft leise
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{linksrechtsrechtslinks}
VOR sichtig
greife ich sie mit äußersten Fingern suchend
gleitet mein Halt ab landet mit Laut im Wasser
ein Schauer über meine Seele – die Schlachtrecken sind geweckt

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Aus ihren Tiefen steigen die
Wellenritter empor
dunkle Kronen auf dunkleren Häuptern
dampfende Schlachtrösser mit Federbusch
Nüstern gebläht von stolz und hohem mut
mit hoch gezogenen Brauen, gezückten Harpunen
und wässrigem Blick betrachten die Recken das Schwankende Sein
wIe 1 wenden sie den KOPF
zu MIR
langsamen Blick suchen, gleitend, gierend in die Tiefe dringen ertastet die Stelle, schwach leuchtend
wIe 1 wenden sie den BLICK
zum SELBST
verächtlich höhnisch grInsen Zähne gefletscht
[das Geheimnis wurde unverborgen]

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schulterANschulter
werfen sie sich
zurückvor | vorzurück
im Wiegeschritt ohne Denken
die Gischt steigt höher hoch
die Luft zischt und braust Hau ruck tausend
rasende Kehlen
brüllen Augäpfel
rollen Schweiß
rinnt Muskeln Sehnen
knirschen reißen
wer bricht wird nach unten getrampelt der nächste nimmt seine Stelle ein gezirkelt mit irr sinniger Präzision
die in verborgener Tiefe gepeitschte See schäumt und bäumt sich auf schreiend bis die geballte Wellenmacht mit die spiegelblaue nichtssagende Fläche durchstößt
friedliches Gewässer wird beißend gellend kratzend nach unten gezerrt
die Heimatinsel wird erfasst
Erst ruhige kleine Ausläufer schwappen vorsichtig und über sie ergießen sich rachsüchtige Wellenkronen mit giftigem Atem stampfend, schlingernd, wütend und dann nichts
blicklos ohne zuSAMMENhang seh ich die Insel von weitem von Wellentorpedos ergriffen und entführt

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PENG – die Seite in mir reißt
das Geräusch presst mich zusammen bis
kein Atem mehr in mich passt
schrickt mich hoch katapultiert mich verzweifelt machtvoll auf die Füße
hätte ich nur nie versucht nach ihr zu greifen die HeImatInsel wäre still in meiner ReIchweIte
schaukelnd in meinem Fahrwasser
so treibe ich nun
auf hoher See und es ist

Keinland sIchtbar

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P.S. Das ist eines meiner unreimlichen Gedichte, die manchmal aus mir rausfließen. Bei manchen Stellen weiß ich selbst manchmal nicht genau weiß, was es heißt. Ich weiß nur, so will ich es sagen. Zu Eurer Info: Es sind keine Schreibfehler in diesem Gedicht, das ist alles mit Absicht. Es ist nicht schnell runterlesbar, hat einige verborgene Tücken und Klippen, aber manchmal ist es ja auch schön sich mit einem Text rumzuschlagen und ihn für sich zu erobern oder zu entschlüsseln. Hab’t Spaß damit!