Ok. Ich hab grad über Dinge nachgedacht, die mich so richtig glücklich machen. Nicht die großen, gewichtigen Dinge im Leben, nicht das große, tränenreiche, nureinmalimlebenblabla-Glück. Nee, kleine Sachen, die sich so wohlig anfühlen, dass man am liebsten schnurren möchte. Die einem das Herz kurz Purzelbaum schlagen lassen.

Für mich sind das komische Sachen wie

• Socken im Bett mit den Füßen ausziehen. Der Moment, wenn man die Socken aus hat und die Zehen strecken kann ist so GUT! Meine Fresse! Manchmal schummel ich und zieh die Strümpfe extra nochmal an, um sie nochmal ausziehen zu können (ich versteh tatsächlich nicht, warum das so gut tut. Ist ja nicht so, als würden die Socken mir die Zehen abschnüren. Sehr mysteriös)

• In ein frischbezogenes Bett schlüpfen OH MEIN GOTT, LEUTE!!!

• Richtiges Brot mit richtiger Butter essen. Nicht das, was heutzutage als Brot verkauft wird, nein, echtes Brot, das nicht nur ein Pappdeckel ist, sondern tatsächlich nach was schmeckt. Das ist so lecker, da braucht man gar keinen Belag dazu

• Im Winter in der erleuchteten, warmen Küche im Kerzenlicht zu frühstücken, während es draußen dunkel ist und die Menschen auf der Straße vor sich hin hetzen. Das ist so gemütlich

• Aufwachen und sehen, dass es geschneit hat!!! Yippie! Da fühl ich mich immer noch wie ein Kind. Mein Gute-Laune-Barometer ist sofort voll am Anschlag. Ok, paar Minuten später setzt zwar dann der Erwachsenenfrust ein, aber erstmal bin ich selig

• Im Sommer auf dem Balkon sitzen und wenn dann plötzlich die Stadt für einen Augenblick den Atem anhält und so eine merkwürdig feierliche, friedliche, leise Stille einkehrt. Als würde die ganze Welt für einen Moment inne halten. Diesen Moment kenn ich schon seit ich ein Kind bin, ich glaub jede Stadt hat ihn. Da fühl ich mich immer ganz berührt. Bis die Ampel wieder grün ist und der Stadtlärm weitergeht

• Der Geruch von gerade eben gebügelter Wäsche. Himmlisch. Das ist einer dieser Gerüche die sagen: „Die Welt ist in Ordnung“, wie frischer Kaffee

• Wenn Deine Katze vollkommen sorglos und entspannt auf Dir schläft, als wäre das der beste und sicherste Platz der Welt (ok, liebe Katzen, die Ihr das hier lest, ich definiere das „auf Dir“ für Euch noch etwas genauer: Das gilt nicht, wenn die Katze sich in voller Länge über Dein Gesicht legt!)

• Wenn die Haare genau so sind, wie sie sein sollen. Das kommt maximal dreimal im Jahr vor und verändert alles! Aufgaben werden wie von Zauberhand bewältigt, Miesepeter sind nicht mehr miesepetrig, in der Bahn gibt es immer einen Sitzplatz und ich schaffe es sogar einen ganzen Tag mir keine Laufmasche in die Strumpfhose zu zaubern. Ich wiederhole: Einen g a n z e n Tag! Grandios

• Der Geruch von leicht feuchtem Sandkies, so dass man den körnigen Sand fast schon im Mund spürt (ich weiß, das klingt bißchen eklig, aber seit ich denken kann, empfinde ich diesen speziellen Geruch irgendwie als wohltuend). Aber es muss feuchter Sandkies sein, darf nicht richtig nass sein


Es gibt noch mehr solcher kleinen Glücksdinge und jeder hat sicher andere Sachen, die ihn glücklich machen. Was ich ganz komisch find und worüber ich ursprünglich nachgedacht hab, ist die Frage, warum wir diese Sachen, die uns glücklich machen, denn nicht andauernd machen? Ich mein, wir machen ja auch sonst andauernd Sachen, um uns angeblich (mehr oder weniger) glücklich zu machen. Wir schauen in die Glotze oder einen Computer, um uns zu entspannen und oft genug macht uns das gar nicht glücklich, sondern wir ärgern uns sogar. Aber wir alle haben Dutzende von Dingen und Erlebnissen, von denen wir genau wissen, dass sie uns glücklich machen. Warum machen wir die denn nicht stattdessen oder zumindest mehr? Das ist doch irgendwie komisch? Versteh ich nicht.

Ich hab noch keine wirkliche Antwort auf diese Frage gefunden, weil irgendwie, obwohl sich das so gut anfühlt, fehlt mir doch die Motivation jetzt täglich mein Bett frisch zu beziehen oder eine Sandkiesgrube im Wohnzimmer einzurichten. Und ja, ich geb zu, das mit dem Schnee wäre auch schwierig, aber gibt ja genug anderes wohlig-glücklich Machendes. Warum mach ich das nicht aktiv? Ist das ein zu kleines oder oberflächliches Glück und mit Glückskleinvieh gibt man sich eben nicht ab, das nimmt man nur nebenbei so mit? Oder ist das kein echtes Glück, obwohl es mich glücklich macht? Ist es zu substanzlos? Ich dachte bisher immer Glück ist Glück? Ich muss da noch bissle drüber nachdenken. Oh, da kommt mir grad ein fürchterlicher Verdacht: Oder machen etwa alle anderen das schon die ganze Zeit und bin ich ohne es zu wissen ein Glücks-Snob?