Die Blog – Statistikfalle?

Ok. Ich hab den Blog jetzt 14 Tage. Und alles in allem läuft es sehr gut. Ich bin aber nunmal – ganz untypisch für mich – ein Bedenkenträger und Zweifler, was das Internet angeht. Normalerweise habe ich kein Problem mir einen Eindruck zu verschaffen und ich hab schnell eine (erste) klar definierte Meinung: Entweder mag ich was, ich mag es nicht oder ich kann mir keine Meinung bilden. Mit dem Internet bin ich jedoch wie eine Cartoon-Oma, die stundenlang vor einem Regal rumtüttelt und sich nicht entscheiden kann, ob sie nun die Papiertaschentücher im Vorratspack nimmt oder die „normalen“, die sie immer kauft.

Ich bin hin und her gerissen. Mal bin ich überzeugt, das Netz ist eine schlechte Sache, dann wieder denke ich: Aber irgendwie ist es schon cool. Dann weiß ich es genau: Das Internet ist böse! Und am nächsten Tag klinke ich mich doch wieder ein ins endlose Niemandsland. img_1697
Vielleicht ist das Ganze einfach zu groß, um es begreifen und bewerten zu können? Das Netz besteht aus so vielen unzähligen, verborgenen Interessen, die uns in die eine Richtung drängen und von der anderen weglotsen. Eine freie Entscheidung im Internet zu treffen ist nahezu unmöglich. Dazu fehlen uns viel zu viele Informationen.

Ähnlich wie mit dem Internet geht es mir mit den Statistiken, die dieser Blog anbietet. Zuerst dachte ich: Ach, das ist ja eine praktische Sache. Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher. Natürlich verfolgen die anbietenden Firmen auch eine Strategie damit. Die Statistik erzeugt eine Belohnungseuphorie: Wow, der erste Leser, cool, die ersten 50 Leser. Und dann auf der gegenüberliegenden Seite der Skala eine Art Bestrafung und Verlustangst: Shit, heute vormittag hat noch keiner bei mir vorbeigeschaut. Die Statistik beeinflusst sogar die Art, wie wir schreiben, wenn wir nicht aufpassen: „Mensch, niemand interessiert sich für meinen Steckblumenartikel – ich poste lieber was Neues.“ Statistik ist vielleicht das Zünglein an der Waage, das uns über die Klippe, weg vom kostenlosen Blog hin zum Tarif schubst.

Nun ist das natürlich irgendwie legitim – wir werden ja nicht gezwungen so zu fühlen und die Anbieter wollen natürlich ein Geschäft machen. Ich denke, unser einziger Schutz ist uns klar zu machen, dass nichts umsonst ist, selbst wenn es uns vielleicht kein Geld kostet. Google hilft uns nicht aus Menschenliebe beim Finden von Zeugs und Yahoo kann seine Angestellten nicht mit Klicks bezahlen. Wie immer ist es wichtig sich Kausalitäten vor Augen zu führen und sich bewußt zu sein, was was mit uns macht. Nicht umsonst heißt dieser Blog: Wir sind keine Schafe.

Mäh.

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