Ambrosia und Schrebergarten

Ein Teil von Dir macht mich verteidigungslos
die sanfte, bestimmte Schönheit Deiner Seele lässt jede Mauer schwinden

Es ist kein imposantes, krachendes Niederreißen
kein Platttrampeln oder in Flammen vergehen
nein, sie verschwinden wie ein Lufthauch, wie ein Zaubertrick
im nächsten Moment ist das Wissen, ob sie überhaupt jemals waren, bereits unstet

Die stille, sichere Auflösung der inneren Verteidigungswälle ist weitaus machtvoller,
beeindruckender und der Hingebung würdiger als lautes, tumbes Kriegsgebrüll
als rohes Niederwalzen, Niederringen und Einreißen, das doch nur offenes Feld mit klaffenden Wunden hinterläßt –
die künftigen Gräben der neuen Wallmauern

Du hinterlässt keine Narben wenn Du Deine Schönheit zeigst
nur heilendes, silbriges Wasser, das perlend, lachend, klar seiner natürlichen Bahn folgt
das ist Dein Wunder, Deine Zauberkraft

Aber Licht existiert neben Dunkelheit.Häßlichkeit wohnt in Schönheit.
Dunkle.Enge.Widerwärtig kleine Geister und Herzen.

Unbekümmert bist Du von geringem Geist, Gemüt und Herz in Deinem alltäglichen Sein.
Pfeifend schlenderst Du frech die Straßen hinab, die Mütze keck nach hinten geschoben.
In Deinem sicheren Wissen, dass Du, allein Du weißt, wie der Hase läuft.
Dass Du auf der richtigen Seite bist.“Ich versteh schon, was Du meinst, aber…“
Aber Du weißt es besser. Aber.

Die Manifestation von Schönheit und Größe
im selben Sein
mit der kleinlichen, unsicheren Krämerseele des Alltäglichen
zerreißt ein Herz

Wenn Du den Ariadnefaden Deiner Seele erwischst, Dich an ihm heranhangelst
wenn Du Dir selber folgst, dann ringt Deine sanfte, starke Schönheit jeden in die Knie
von wo man den erhöhten Blick auf luftige Bergkuppen, sanfte Täler und tiefe Wälder hat

Aber auf der anderen Seite – die Distanz Deines Blickes.
Abschätzend. Abwägend. Alles utilisierend.
Bringt mich auf verzweifelte Barrikaden und zu schreiender Gegenwehr.
Zornig will ich das feiste, wohlfeile Lächeln zerschlagen.
So dass nur einmal, ein einziges Mal, ein Riß entsteht.
Und echtes, unkontrolliertes, verzweifeltes Sein durchbricht.
Das endlich mal keine Antwort auf alles hat.

Ich kann mich nicht satt trinken an Dir
Deine starre Kleinbürgerlichkeit nimmt mir die Luft zum Fühlen
Ambrosia und Schrebergarten

Sag Deine Meinung (Name/E-Mail sind freiwillig)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s