Geschichte eines Moments

Ihre Hände waren ineinander verflochten. Sie hatte das Gefühl, als wäre ihr Herz schwer. Als würde das Glück zu viel wiegen und würde es hinab ziehen. Sollte Glück nicht leicht sein? Für sie war es immer ein Moment der Wahrheit. Der ihr Tränen in die Augen und einen Kloß in den Hals trieb. War das Glück?

Oder war sie krank? Innerlich krank. Unfähig unbeschwert zu sein, unfähig im Jetzt zu sein. Immer eine Sekunde hinterher. Immer eine Sekunde zeitversetzt. Eine Sekunde, die ihr erlaubte die Gegend auf Fallen abzusuchen. Aber nur oberflächlich, daher war sie immer noch auf der Hut. Denn sie wusste, hatte gesehen, wie Menschen Monster werden, wenn niemand  außer ihr hinguckt und wie die verzerrten Fratzen wieder Menschen werden, wenn andere hinschauen.

Glück war für sie ein Schmerz, ihre Seele wollte sich aufbäumen, aus ihr herausschreien, dass sie mehr fühlt, als sie aushalten kann. Dass sie Angst hat, dass sie mehr fühlt, als er aushalten kann. Dass sie mehr braucht. Mehr. Die alte, schreckliche Angst, zu viel zu sein. Ungewollt. Unerwünscht. Also besser so tun, als wäre sie normal und nicht krank.

„Was guckst Du denn so leidend?“ fragt er. Und die Welt bricht zusammen und sie kriecht zurück in ihre Höhle, um ihre Wunden zu lecken und die Mauern noch etwas höher zu bauen.

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